DAS MATERIAL DER KUNST: MARMOR – EIN STOFF VON ÜBERSINNLICHER SCHÖNHEIT

Marmor gehört zu den ältesten und verbreitetsten Materialien der Architektur und Skulptur und übt bis heute eine ungebrochene Faszination aus. In der klassischen Antike erschien der weiße Marmor (den man sich allerdings teilweise bemalt vorstellen muss) aufgrund seiner »Reinheit« und Lichtdurchlässigkeit als adäquater Werkstoff für das schimmernde Inkarnat nackter Göttergestalten und idealisierter Heroen. Mit den großen Bauprojekten in den italienischen Städten erlebte das Material seit dem 12. Jahrhundert seine Renaissance.

Seit dem 16. Jahrhundert führte schließlich die Auffindung immer neuer antiker Marmorbildwerke dazu, dass der Umgang mit dem Material für Bildhauer wie Donatello, Michelangelo oder Bernini – ebenso wie später für Canova, Thorvaldsen oder Schadow – zur höchsten künstlerischen Herausforderung avancierte. Doch auch die abstrakten, ornamentalen Qualitäten des Materials haben die unterschiedlichsten Kulturen seit jeher inspiriert, sodass insbesondere der farbige Marmor zur »Materialbrücke« wurde, auf der sich die Künste des Ostens und des Westens begegnen konnten.

Anmeldung erforderlich
Kosten: 32 Euro

ONLINE-SEMINAR – MONETS IMPRESSION, SOLEIL LEVANT – EIN SCHLÜSSELWERK DES IMPRESSIONISMUS. ANLÄSSLICH DER AUSSTELLUNG IM MUSEUM BARBERINI

Es ist ein radikales Bild und das Schlüsselwerk einer ganzen Kunstrichtung: Claude Monets Impression, soleil levant. Legendär wurde die skizzenhafte Darstellung der industriellen Hafenlandschaft von Le Havre seit ihrer ersten Präsentation im Jahr 1874. Der Kritiker Louis Leroy schrieb über die – so die Überschrift seines Artikels – Ausstellung der Impressionisten und gab seiner negativen Einschätzung mit den Worten Ausdruck: »Eine Tapete im Urzustand ist ausgearbeiteter als dieses Seestück.« Den despektierlich gemeinten Gruppennamen nutzten die Künstler später selbst, und tatsächlich setzte nun auch eine neue Ära abseits des offiziellen Kunstbetriebs ein.

Anlässlich der aktuellen Ausstellung Sonne. Die Quelle des Lichts in der Kunst im Museum Barberini wollen wir uns die Bedeutung dieses wegweisenden Bildes erschließen und seine Vorbilder wie seine Rezeption nachvollziehen.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Computer /Tablet mit Audioausgang bzw. Lautsprecher, für die Seminare nach Möglichkeit zusätzlich mit Kamera; stabile Internet-Verbindung. Zugang über das Videokonferenzprogramm Zoom (Browser oder Installation) mit dem in der Anmeldebestätigung versendeten Konferenzcode. Einwahl 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung unter Angabe des Namens oder eines eindeutigen Kürzels.
Anmeldung erforderlich
Kosten: 18 Euro

Gerhard Richter: 18. Oktober 1977

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Im Jahr 2023 würdigen zahlreiche Ausstellungen das Werk Gerhard Richters (*1932). Das Seminar behandelt wesentliche Ideen und Arbeitsstrategien im Werk des Künstlers, wie sie sich in seinem bekanntesten Gemäldezyklus zeigen. Er trägt den Titel 18. Oktober 1977 und entstand 1988 – gut zehn Jahre nach den Ereignissen des sogenannten Deutschen Herbstes.  

Im Oktober 1977 erreichte die durch die terroristischen Aktivitäten der Roten Armee Fraktion (RAF) hervorgerufene Krise der Bundesrepublik Deutschland ihren Höhepunkt. 

Die Entführung und Befreiung der Lufthansa-Maschine Landshut, die Geiselnahme und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Tod der Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim ereigneten sich innerhalb weniger Tage und Wochen.

Termin:

Freitag, 02.06.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

Kosten:

20,- Euro inkl. 19% USt.

Anmeldung

Anmeldung per
E-Mail oder über das  Buchungsformular
bis 24.05.2023


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Giotto di Bondone – Wegbereiter der Renaissance in Italien

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Bereits zu Lebzeiten kannte und bewunderte man den italienischen Künstler Giotto di Bondone (1266/67–1337): Dante erwähnt ihn in seiner Göttlichen Komödie, in Boccacios Decamerone kommt er vor und auch Petraca ist seine Nennung wichtig. Giotto revolutionierte die Malerei, er gilt gar als Wegbereiter der italienischen Renaissance. An die Stelle des Mosaiks setzte er die Freskomalerei und führte sie zu entscheidender Dimension der Kirchenausstattung. Er führte technische Neuerungen ein und verwendete helle, klare Farben.  Sein Schaffen war indes vor allem geprägt von einer besonderen Natürlichkeit und Lebhaftigkeit der Figuren. Diese gewannen in seiner Malerei zunehmend an Individualität und lösten durch ihre plastische Wirkung in perspektivisch anmutenden Räumen die herkömmlich flächig aufgefassten, hieratisch überhöhten Darstellungen der Heiligen und biblischen Gestalten ab.

Giottos Hauptwerk ist wohl der große Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle in Padua, der aus mehr als 100 Szenen aus dem Leben Mariä und dem Leben Jesu besteht. Die Einzigartigkeit der Darstellungen hatte unmittelbare Wirkung auf die Arbeiten der Renaissance-Künstler Masaccio und – zeitlich folgend – Michelangelo gehabt. Doch auch in Florenz, Rom, Neapel, Bologna und Mailand hat er entscheidende Werke geschaffen. Die Fresken in der Oberkirche in Assisi lassen deutlich Giottos Bildsprache erkennen, was die anhaltende Frage der Eigenhändigkeit sekundär erscheinen lässt.

Im Anschluss an die eingehende Betrachtung von Giottos Werk sollen Zeitgenossen und Nachfolger auf dem Weg in die italienische Renaissance Erwähnung finden, seine unmittelbaren Einflüsse in Florenz und anderen oberitalienischen Zentren nachvollziehbar werden.

Termine:

Freitag, 09.06.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

und

Freitag, 16.06.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

Kosten:

40,- Euro inkl. 19% USt.

Anmeldung:

Anmeldung per
E-Mail oder über das  Buchungsformular
bis 02.06.2023


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Hugo van der Goes: Zwischen Schmerz und Seligkeit

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Anlässlich der Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie

Nachdem in den vergangenen Jahren Künstler der ersten Generation der altniederländischen Kunst wie Jan van Eyck und Rogier van der Weyden in großen Ausstellungen gewürdigt wurden, steht nun der wichtigste Maler der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Fokus: Hugo van der Goes (um 1440–1482/83). 

Seine Werke beeindrucken durch ihre Monumentalität und intensive Farbigkeit ebenso wie durch ihre erstaunliche Lebensnähe und emotionale Ausdrucksstärke. In der Berliner  Gemäldegalerie werden zum ersten Mal fast alle erhaltenen Gemälde – darunter großformatige Altäre – und Zeichnungen des Künstlers in einer Ausstellung präsentiert. 

Wir lernen die Werke dieses bedeutenden Künstlers kennen und beleuchten dabei zudem seine künstlerische Herkunft wie sein Umfeld.

Termine:
Freitag, 28.04.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

und

Freitag, 05.05.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

Kosten: 40,- Euro inkl. 19% USt.

Anmeldung:
Anmeldung per
E-Mail oder über das  Buchungsformular
bis 21.04.2023


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Michelangelos Pietà

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Darstellungen der Muttergottes, die ihren toten Sohn in Armen hält, dienten insbesondere der privaten Andacht.
Michelangelo erhielt bereits in jungen Jahren einen Auftrag für eine Skulpturengruppe einer solchen Pietà: Die Marmorskulptur von 1497/99 befindet sich im Petersdom in Rom und sollte die berühmteste von insgesamt drei Werken des Themas  werden, die er schuf. 

Zwar gab es nördlich der Alpen bereits im Spätmittelalter die Tradition des sog. Vesper-Bildes, in Italien jedoch war das Bildthema ohne Vorbild. Die künstlerisch höchst anspruchsvolle Gestaltung von Michelangelos Pietà wurde von vielen Bildhauern kopiert und als Quelle der Inspiration genutzt. 

Diesem Frühwerk stehen zwei weitere Skulpturen des Künstlers gegenüber, die seinem Alterswerk zuzurechnen sind: Die Duomo-Pietà in Florenz und die Rondamini-Pietà im Mailänder Castello Sforza. Beide haben eine bedeutende Geschichte und blieben unvollendet.

Termin:
Freitag, 17.03.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

Kosten:
20,- Euro*

Anmeldung:
Anmeldung per
E-Mail oder über das  Buchungsformular
bis 10.03.2023


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Johannes Vermeer

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  • anlässlich der Retrospektive im Amsterdamer Rijksmuseum


Nach bedeutenden Ausstellungen der vergangenen Jahre, die das Werk des niederländischen Künstlers Johannes Vermeer van Delft (1632–1675) in den Fokus gerückt haben, wird die Retrospektive im Amsterdamer Rijksmuseum alle anderen überbieten. Nie waren so viele Bilder des herausragenden Malers in einem Museum versammelt.

Die zumeist kleinformatigen Gemälde mit gehobenen Genreszenen in lichtdurchfluteten Räumen haben eine still-subtile  Ausstrahlung und zogen seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert Betrachter in ihren Bann. Doch Vermeer malte auch Bilder von Wissenschaftlern, er beschäftigte sich zudem mit Historien und schließlich setzte er der Kunst mit seinem Gemälde Die Malkunst selbst ein bis heute ungewöhnliches Denkmal. 

Wir wollen uns eingehend mit dem Werk Vermeers beschäftigen und uns den neuen Erkenntnissen der jüngsten Ausstellungen widmen. Da die Amsterdamer Retrospektive dabei einen großen Stellenwert einnimmt, kann das Seminar auch der Vorbereitung eines Ausstellungsbesuches dienen.

Termin:
Freitag, 10.03.2023
16:00 bis 18:30 Uhr
mit halbstündiger Pause

Kosten: 25,- Euro inkl. 19% USt.

Anmeldung:
Anmeldung per
E-Mail oder über das  Buchungsformular
bis 03.03.2023


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Pieter Bruegel der Ältere: Die Jäger im Schnee (Winter), 1565

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Es ist wohl die bekannteste Winterdarstellung der Kunstgeschichte: Pieter Bruegels Jäger im Schnee (1565, Wien, Kunsthistorischen Museum). 

Auf den ersten Blick scheint hier ein winterliches Idyll gespiegelt zu sein. Von einer Anhöhe schauen wir auf eine weiße, weite Welt herab, die von einem blaugrauen Himmel überfangen wird. Jäger kommen von der Jagd, Menschen vergnügen sich auf einem zugefrorenen See.  

Doch zauberhaft schön geht es hier nicht überall zu. Das Bild gehört zu einem Jahreszeitenzyklus und war nicht allein als Ausdruck winterlicher Atmosphäre gemalt worden. 

Welche Lesarten es ermöglicht, wollen wir gemeinsam ergründen.

Termin:
Freitag, 17.02.2023
17:00 bis 18:30 Uhr

Kosten:
20,- Euro inkl. 19% USt.

Anmeldung:
per Mail oder Buchungsformular
bis 10.02.2023


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