Mitgliederakademie der Kunsthalle Bremen – MANET, ASTRUC UND DIE ANFÄNGE DES JAPONISMUS IN FRANKREICH

In den 1860er Jahren kam es in Paris zur ersten Welle einer regelrechten Japanmode. Die Begeisterung für die japanische Kunst und Kultur entwickelte sich, als seit den 1850er Jahren zunehmend japanische Kunstgegenstände nach Europa gelangt waren, nachdem sich Japan mehr als 200 Jahre lang weitgehend isoliert hatte. Die Rezeption der japanischen Kultur, vor allem des japanischen Farbholzschnitts, sollte schließlich ein wesentlicher Katalysator für die Entwicklung der modernen Malerei in Frankreich werden. Das Zentrum der Japan-Begeisterung und des Handels mit japanischen Gegenständen war Paris, das sich nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wie kein anderer Ort Europas veränderte. Bestärkt durch die Kunstkritik und befördert durch die Pariser Weltausstellung 1867 kam es hier zum sogenannten Japonismus (Japonisme) in Malerei und Kunstgewerbe. Edouard Manet und Zacharie Astruc gehörten zu jenem Künstlerkreis, in dem man sich zuerst über die neu entdeckten japanischen Arbeiten austauschte und Motive wie auch Gestaltungsprinzipien der japanischen Kunst mit eigenen Vorstellungen verschmolz. Die asiatischen Werke bestätigen und beförderten neue künstlerische Ansätze. Die Pariser Weltausstellung von 1878 befeuerte diese anhaltende Euphorie. Danach setzte eine Phase des Japonismus ein, die etwa in der Kunst Vincent van Goghs oder Paul Gauguins und insbesondere im europäischen Jugendstil ihren Ausdruck fand.

 

Kosten: 25 Euro

Online-Seminar – MONUMENTE EUROPAS: AUGUSTE RODINS ‚BÜRGER VON CALAIS‘

In der Reihe der »Monumente Europas« widmen wir uns denjenigen Denkmälern der europäischen Kulturgeschichte, die in als Wahrzeichen in die Geschichte ihres Landes eingegangen sind, aber auch für den Kontinent insgesamt Bedeutung haben. Für Auguste Rodins 1895 erstmals gegossene Bronzearbeit Die Bürger von Calais gilt dies in besonderer Weise. Das Werk steht an vielen Stellen Europas, und es verkörpert jenseits seiner historischen Voraussetzungen letztlich demokratische Grundsätze in Skulptur: Rodin stellte die Personen als Gruppe von Individualisten dar, die für die gemeinsame Sache kämpfen. Unter Verzicht auf heroisches Gebaren und ohne erhöhenden Sockel spricht der bewegte Ausdruck ihrer inneren Haltung auch die Betrachter als Bestandteile eines großen Ganzen an.

Die Zahl der Teilnehmenden ist bei dieser Live-Veranstaltung auf 20 Personen pro Termin begrenzt.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Computer /Tablet mit Audioausgang bzw. Lautsprecher, für die Seminare nach Möglichkeit zusätzlich mit Kamera; stabile Internet-Verbindung. Zugang über das Videokonferenzprogramm Zoom (Browser oder Installation) mit dem in der Anmeldebestätigung versendeten Konferenzcode. Einwahl 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung unter Angabe des Namens oder eines eindeutigen Kürzels.

Online-Seminar – MONUMENTE EUROPAS: AUGUSTE RODINS ‚BÜRGER VON CALAIS‘

In der Reihe der »Monumente Europas« widmen wir uns denjenigen Denkmälern der europäischen Kulturgeschichte, die in als Wahrzeichen in die Geschichte ihres Landes eingegangen sind, aber auch für den Kontinent insgesamt Bedeutung haben. Für Auguste Rodins 1895 erstmals gegossene Bronzearbeit Die Bürger von Calais gilt dies in besonderer Weise. Das Werk steht an vielen Stellen Europas, und es verkörpert jenseits seiner historischen Voraussetzungen letztlich demokratische Grundsätze in Skulptur: Rodin stellte die Personen als Gruppe von Individualisten dar, die für die gemeinsame Sache kämpfen. Unter Verzicht auf heroisches Gebaren und ohne erhöhenden Sockel spricht der bewegte Ausdruck ihrer inneren Haltung auch die Betrachter als Bestandteile eines großen Ganzen an.

Die Zahl der Teilnehmenden ist bei dieser Live-Veranstaltung auf 20 Personen pro Termin begrenzt.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Computer /Tablet mit Audioausgang bzw. Lautsprecher, für die Seminare nach Möglichkeit zusätzlich mit Kamera; stabile Internet-Verbindung. Zugang über das Videokonferenzprogramm Zoom (Browser oder Installation) mit dem in der Anmeldebestätigung versendeten Konferenzcode. Einwahl 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung unter Angabe des Namens oder eines eindeutigen Kürzels.

JOHANNES VERMEER. FASZINATION STILLE?

Werke Johannes Vermeers (1632–1675) ziehen Kunstinteressierte seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert fast magisch an. Die anhaltende Faszination der zumeist kleinformatigen Gemälde mit gehobenen Genreszenen erreicht zurzeit mit der Ausstellung in der Dresdner Gemäldegalerie einen erneuten Höhepunkt. Dabei schien doch gerade dort der Topos des Malers der feinsinnigen Atmosphäre lichtdurchfluteter Räume in still-subtiler Ausstrahlung ins Wanken zu geraten, als sich durch Freilegung eines robust erscheinenden Putto im Hintergrund eines Dresdner Gemäldes eine an dieser Stelle nicht vermutete Bildgestaltung Vermeers offenbarte. Was also macht die Bilder scheinbar zeitlos attraktiv?

Wir wollen dem Phänomen Vermeer nachgehen, sein kleines Œuvre beleuchten und die Entwicklung seiner Kunst – auch im Vergleich zu seinen Mitstreitern – verfolgen.

Dieses Präsenz-Seminar ist ausgebucht.

JOHANNES VERMEER. FASZINATION STILLE?

Werke Johannes Vermeers (1632–1675) ziehen Kunstinteressierte seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert fast magisch an. Die anhaltende Faszination der zumeist kleinformatigen Gemälde mit gehobenen Genreszenen erreicht zurzeit mit der Ausstellung in der Dresdner Gemäldegalerie einen erneuten Höhepunkt. Dabei schien doch gerade dort der Topos des Malers der feinsinnigen Atmosphäre lichtdurchfluteter Räume in still-subtiler Ausstrahlung ins Wanken zu geraten, als sich durch Freilegung eines robust erscheinenden Putto im Hintergrund eines Dresdner Gemäldes eine an dieser Stelle nicht vermutete Bildgestaltung Vermeers offenbarte. Was also macht die Bilder scheinbar zeitlos attraktiv? Wir wollen dem Phänomen Vermeer nachgehen, sein kleines Œuvre beleuchten und die Entwicklung seiner Kunst – auch im Vergleich zu seinen Mitstreitern – verfolgen.

Dieses Präsenz-Seminar ist ausgebucht.

Von Manet bis van Gogh: Japonismus und Moderne

»In Wahrheit hat der Geschmack für japanische Kunst in Paris durch unsere Maler Wurzeln gefasst; dann ist er auf die Amateure übergesprungen, dann auf die Leute von Welt, und in der Folge hat er sich in der Kunstindustrie durchgesetzt«, schrieb Ernest Chesneau nach der eindrucksvollen Präsentation Japans auf der Pariser Weltausstellung von 1878. Die Anfänge der künstlerischen Entdeckung Japans lagen da bereits zwei Jahrzehnte zurück. Seit den 1850er-Jahren waren zunehmend japanische Kunstgegenstände nach Europa gelangt, nachdem sich das Land zuvor mehr als 200 Jahre lang weitgehend isoliert hatte. Befördert durch die Weltausstellung 1867 kam es dann vor allem in Paris zu einer regelrechten Japanmode, der der Kritiker Philippe Burty schließlich 1872 ihren Namen verlieh: Japonismus (Japonisme). Édouard Manet und die Künstler in seinem Umkreis gehörten zu den ersten, die Motive wie Gestaltungsprinzipien der japanischen Kunst übernahmen. Die Rezeption der japanischen Kultur, vor allem des japanischen Farbholzschnitts, sollte schließlich ein wesentlicher Katalysator für die Entwicklung der modernen Malerei werden. 

 

Online-Seminar – Monumente Europas: Von Napoleon bis Christo – der Arc de Triomphe in Paris

Der Pariser Arc de Triomphe auf der Place Charles-de-Gaulle (früher Place de l’Étoile), 1806 von Napoleon I. zum Ruhm der siegreichen kaiserlichen Armeen beauftragt und 1836 unter der Julimonarchie vollendet, ist längst zum Denkmal einer ganzen Nation geworden. Spätere Diktatoren wie Hitler (mit seinem Triumphbogen für die geplante »Welthauptstadt Germania«) und französische Staatspräsidenten wie Mitterand (mit der Grande Arche im Hochhausviertel La Défense) haben sich in ihren städtebaulichen Projekten an ihm gemessen. Ab dem 18. September 2021 steht das Monument nun erneut im Fokus der Weltöffentlichkeit, wenn es in einem letzten, posthumen Projekt nach den Plänen des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude für gut zwei Wochen verhüllt wird. 

Die Zahl der Teilnehmenden ist bei dieser Live-Veranstaltung auf 20 Personen pro Termin begrenzt.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Computer /Tablet mit Audioausgang bzw. Lautsprecher, für die Seminare nach Möglichkeit zusätzlich mit Kamera; stabile Internet-Verbindung. Zugang über das Videokonferenzprogramm Zoom (Browser oder Installation) mit dem in der Anmeldebestätigung versendeten Konferenzcode. Einwahl 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung unter Angabe des Namens oder eines eindeutigen Kürzels.

Kostenbeitrag:
12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 8 Euro

 

Online-Seminar – Monumente Europas: Von Napoleon bis Christo – der Arc de Triomphe in Paris

Der Pariser Arc de Triomphe auf der Place Charles-de-Gaulle (früher Place de l’Étoile), 1806 von Napoleon I. zum Ruhm der siegreichen kaiserlichen Armeen beauftragt und 1836 unter der Julimonarchie vollendet, ist längst zum Denkmal einer ganzen Nation geworden. Spätere Diktatoren wie Hitler (mit seinem Triumphbogen für die geplante »Welthauptstadt Germania«) und französische Staatspräsidenten wie Mitterand (mit der Grande Arche im Hochhausviertel La Défense) haben sich in ihren städtebaulichen Projekten an ihm gemessen. Ab dem 18. September 2021 steht das Monument nun erneut im Fokus der Weltöffentlichkeit, wenn es in einem letzten, posthumen Projekt nach den Plänen des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude für gut zwei Wochen verhüllt wird. 

Die Zahl der Teilnehmenden ist bei dieser Live-Veranstaltung auf 20 Personen pro Termin begrenzt.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Computer /Tablet mit Audioausgang bzw. Lautsprecher, für die Seminare nach Möglichkeit zusätzlich mit Kamera; stabile Internet-Verbindung. Zugang über das Videokonferenzprogramm Zoom (Browser oder Installation) mit dem in der Anmeldebestätigung versendeten Konferenzcode. Einwahl 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung unter Angabe des Namens oder eines eindeutigen Kürzels.

Dr. Alice Gudera und Florian Britsch M.A.
Kostenbeitrag:
12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 8 Euro

Mitgliederakademie der Kunsthalle Bremen – Von der Akademie zur Avantgarde. Das Blumenstillleben

Das Stillleben genoss in akademischen Kreisen in Frankreich im 19. Jahrhundert keinen guten Ruf, da es vermeintlich allein die vom Künstler arrangierten Dinge spiegele und keine übergeordneten Ideen vermittle. Doch viele Künstler widmeten sich dem Sujet mit großem Engagement, gerade weil sie hier die Freiheit sahen, neue Ausdrucksformen in der Malerei zu entwickeln. In Manets Werk spielen Stillleben eine große Rolle. Sie tauchen stets in seinen komplexen Kompositionen auf, aber er malte auch eine große Zahl reiner Stillleben. Intensiv widmete er sich dem Blumenstilleben. 1864 malte er sechs Bilder mit Pfingstrosen und 1882/83 entstanden 16 kleinformatige Gemälde von Sträußen in Glasvasen. Außerdem fertigte er Blumendarstellungen in Aquarell, mit denen er 1880 zahlreiche Briefe schmückte.
Auch Zacharie Astruc schuf eine große Zahl eindrucksvoller Blumenstillleben, die er jedoch nicht öffentlich ausstellte. Die Experimentierfreude, die mit diesem Thema verbunden war, setzte bereits bei Eugène Delacroix in den 1840er Jahren ein, dessen Malerei für Manet, Astruc und viele junge Künstler der 1860er und 1870er Jahre vorbildlich war. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sollte das Blumenstillleben in besonderem Maße zum künstlerischen Ausweis der Avantgarde entwickeln. Davon legen letztlich insbesondere Vincent van Goghs Sonnenblumen Zeugnis ab.

Kosten
25 € Mitglied(er)