FÜHRUNG – KUNST-VEREINT. DIE FRÜHEN JAHRE DER SAMMLUNG

Den Anstoß zur offiziellen Gründung des Kunstvereins 1823 gab die Grafiksammlung des Bremer Senators Johann I. Duntze (1712–1788), für die schon seit längerem ein Käufer gesucht wurde und die man gerne für die Stadt erhalten wollte. Der Ankauf der 2814 Druckgrafiken und 487 Handzeichnungen im Jahr 1824 als erste Amtshandlung des neu gegründeten Vereins steht somit am Anfang der 200-jährigen Sammlungsgeschichte des Kunstvereins und die Sammlung Duntze bildet seither den Grundstock des Kupferstichkabinetts.
Forschungen zum Altbestand der Sammlung geben die Möglichkeit in den westlich an das Kupferstichkabinett anschließenden Ausstellungsräumen Werke des frühen Sammlungsbestands von der Gründung des Kunstvereins bis zur Eröffnung der Kunsthalle 1849 zu erleben. Wie in den historischen Protokollbüchern des Kunstvereins wird zwischen Ankäufen und Schenkungen unterschieden. Letztere wurden seit 1823 im sogenannten Goldenen Buch dokumentiert, das ebenfalls zu sehen sein wird. Neben Werken aus dem Kupferstichkabinett als dem ältesten Kern der Sammlung, werden auch viele Gemälde, einige Plastiken sowie ausgewählte Bücher in die Ausstellung mit einbezogen. Darunter sind auch frühe Sammlungszugänge, die zumeist lange im Depot schlummerten. Sie erzählen zugleich vom Kunstgeschmack des Bremer Bürgertums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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VON JAN VAN EYCK BIS HIERONYMUS BOSCH: DIE RENAISSANCE IN DEN NIEDERLANDEN

In ganz Europa bewunderten Zeitgenossen des 15. Jahrhunderts die Bilder Jan van Eycks und seiner Nachfolger. Die Maler waren im Herzogtum Burgund tätig und bereicherten zugehörige Städte wie Brügge und Gent mit glanzvoller Kunst. Früher noch als Italien entstanden hier nahsichtige Bildnisse von Bürgern wie Adligen in oftmals schonungslosem Realismus. Auch detailreich ausgeschmückte und mit Mobiliar der damaligen Zeit versehene Andachts- und Altarbilder gehörten zum Repertoire der Künstler. Genaue Beobachtung von Naturphänomenen und eine verfeinerte Maltechnik ließen in dem besonderen Klima einer höfischen wie städtischen Gesellschaft einzigartige Werke entstehen, die am Beginn der Neuzeit anzusiedeln sind und nicht zuletzt auch auf die Kunst Italies enormen Einfluss ausübten. Während van Eyck und Rogier van der Weyden zur ersten Generation der altniederländischen Malerei gehören, folgen ihnen Petrus Christus, Dirk Bouts, Hugo van der Goes und Hans Memling in je individueller Manier. Hieronymus Bosch gehört um 1500 ans Ende dieser Epoche und nimmt eine besondere Stellung ein.

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FASZINATION VERMEER ANLÄSSLICH DER AUSSTELLUNG IM AMSTERDAMER RIJKSMUSEUM

Werke des Niederländers Johannes Vermeers (1632–1675) ziehen Kunstinteressierte seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert fast magisch an. Die ungebrochene Faszination der zumeist kleinformatigen Gemälde mit gehobenen Genreszenen wird mit der umfassenden Ausstellung zu Vermeer im Amsterdamer Rijksmuseum wohl einen erneuten Höhepunkt erreichen. Aus Anlass dieser Präsentation widmen wir uns dem Delfter Künstler und seinen Gemälden. Häufig zeigen sie lichtdurchflutete Räume in still-subtiler Ausstrahlung und wirken scheinbar zeitlos attraktiv. Wir wollen dem Phänomen Vermeer nachgehen und die Entwicklung seiner Kunst – auch im Vergleich zu seinen Mitstreitern – verfolgen.

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SCHLÜSSELWERKE DER KUNSTGESCHICHTE: CLAUDE MONET, IMPRESSION, SOLEIL LEVANT, 1872

Es ist ein radikales Bild und das Schlüsselwerk einer ganzen Richtung: Claude Monets Impression, soleil levant. Legendär wurde diese skizzenhafte Darstellung der industriellen Hafenlandschaft von Le Havre seit ihrer ersten Präsentation im Jahre 1874. Der Kritiker Louis Leroy schrieb über die – so die Überschrift seines Artikels – „Ausstellung der Impressionisten“ und gab seiner negativen Einschätzung mit den Worten Ausdruck: „Eine Tapete im Urzustand ist ausgearbeiteter als dieses Seestück.“ Den despektierlich gemeinten Gruppennamen nutzten die Künstler später selbst. Tatsächlich setzte nun Kunstbetriebs ein. Bis 1886 stellten die Impressionisten in wechselnder Zusammensetzung gemeinsam aus und hofften auf durchschlagenden Erfolg ihrer Malerei, die Landschaft in den jeweiligen Licht- und Luftbedingungen oder das moderne bürgerliche Freizeitvergnügen in Paris und Umgebung auf die Leinwand brachte. Wir wollen uns die Bedeutung dieses wegweisenden Bildes erschließen und seine vielseitigen Vorbilder wie auch seine Rezeption nachvollziehen.

 

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