In der Kunst zu Hause: Einführung in das Studium der Kunstgeschichte. Teil II: Die Kunst der frühen Neuzeit

Unsere neu konzipierte Seminarreihe lädt dazu ein, in zweieinhalb Jahren und insgesamt 24 Sitzungen die europäische Kunstgeschichte von der Karolingerzeit (um 800 n. Chr.) bis in die Gegenwart zu durchschreiten. In einem systematischen Überblick wollen wir uns Grundproblemen und herausragenden Werken der einzelnen Epochen, aber auch Fragen nach dem methodischen Herangehen an Kunst und deren Veränderlichkeit widmen. Auf diese Weise wollen wir unsere Wahrnehmung schulen; dies führt zu einem gestärkten Urteilsvermögen und festigt den eigenen Umgang mit der Kunst. Wo es in den Zusammenhang passt, studieren wir die Werke der Hamburger Kunsthalle vor dem Original.

Die Teilnahme an insgesamt drei zusätzlichen und exklusiv für dieses Seminar geplanten Tagesfahrten soll die erworbenen Kenntnisse vertiefen und die Möglichkeit bieten, auch architektonische Highlights kennenzulernen. Unterrichtsmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Eine aktive Mitarbeit ist erwünscht; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Im ersten Halbjahr 2019 widmen wir uns zunächst der Kunst des Mittelalters, angefangen bei der Kunst im Fränkischen Reich unter Karl dem Großen. Wir lernen die bedeutendsten Werke der Goldschmiedekunst, Buch- und Wandmalerei sowie der Architektur der nachfolgenden Jahrhunderte kennen. In Teil II wird uns dann unter anderem die Entwicklung der gotischen Kathedrale in Frankreich und ihre Aufnahme in den benachbarten Ländern beschäftigen. Die Fresken Giottos aus der Zeit um 1300 leiten schließlich über zur Malerei der frühen Neuzeit und den großen Bildentwürfen des 14. und 15. Jahrhunderts.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMINE Donnerstag, 25. April 2019; Donnerstag, 23. Mai 2019; Donnerstag, 27. Juni 2019, jeweils 17 bis 20.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 96 Euro, Studierende bis 30 Jahre 84 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Diese Veranstaltung ist leider ausgebucht.

Hinweis: Die Anmeldung für die Seminarreihe erfolgt quartalsweise; die Teilnahme an Teil II berechtigt automatisch zur Fortsetzung. Die Veranstaltungen finden in der Regel am letzten Donnerstag im Monat statt.

In der Kunst zu Hause: Einführung in das Studium der Kunstgeschichte. Teil II: Die Kunst der frühen Neuzeit

Unsere neu konzipierte Seminarreihe lädt dazu ein, in zweieinhalb Jahren und insgesamt 24 Sitzungen die europäische Kunstgeschichte von der Karolingerzeit (um 800 n. Chr.) bis in die Gegenwart zu durchschreiten. In einem systematischen Überblick wollen wir uns Grundproblemen und herausragenden Werken der einzelnen Epochen, aber auch Fragen nach dem methodischen Herangehen an Kunst und deren Veränderlichkeit widmen. Auf diese Weise wollen wir unsere Wahrnehmung schulen; dies führt zu einem gestärkten Urteilsvermögen und festigt den eigenen Umgang mit der Kunst. Wo es in den Zusammenhang passt, studieren wir die Werke der Hamburger Kunsthalle vor dem Original.

Die Teilnahme an insgesamt drei zusätzlichen und exklusiv für dieses Seminar geplanten Tagesfahrten soll die erworbenen Kenntnisse vertiefen und die Möglichkeit bieten, auch architektonische Highlights kennenzulernen. Unterrichtsmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Eine aktive Mitarbeit ist erwünscht; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Im ersten Halbjahr 2019 widmen wir uns zunächst der Kunst des Mittelalters, angefangen bei der Kunst im Fränkischen Reich unter Karl dem Großen. Wir lernen die bedeutendsten Werke der Goldschmiedekunst, Buch- und Wandmalerei sowie der Architektur der nachfolgenden Jahrhunderte kennen. In Teil II wird uns dann unter anderem die Entwicklung der gotischen Kathedrale in Frankreich und ihre Aufnahme in den benachbarten Ländern beschäftigen. Die Fresken Giottos aus der Zeit um 1300 leiten schließlich über zur Malerei der frühen Neuzeit und den großen Bildentwürfen des 14. und 15. Jahrhunderts.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMINE Donnerstag, 25. April 2019; Donnerstag, 23. Februar 2019; Donnerstag, 27. März 2019, jeweils 11 bis 14.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 96 Euro, Studierende bis 30 Jahre 84 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Diese Veranstaltung ist leider ausgebucht.

Hinweis: Die Anmeldung für die Seminarreihe erfolgt quartalsweise; die Teilnahme an Teil II berechtigt automatisch zur Fortsetzung. Die Veranstaltungen finden in der Regel am letzten Donnerstag im Monat statt.

Den Haag bis Rotterdam: Niederländische Kunst des Goldenden Zeitalters und der Moderne

Auf unserer fünftägigen Studienreise in die Niederlande erkunden wir die Kunst der glanzvollen Zeit des Landes im 17. Jahrhundert, aber auch die Malerei und Architektur der Moderne bis heute. Wir starten gleich mit einem echten Highlight: Das Amsterdamer Rijksmuseum stellt zum 350. Todestag Rembrandts die Werke des Meisters denjenigen von Velázquez gegenüber.

Unser Standort ist Den Haag, reich an Zeugnissen des Goldenen Zeitalters wie des 19. und 20. Jahrhunderts. So beherbergt das Mauritshuis eine eindrucksvolle Sammlung weltberühmter Gemälde, darunter Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“. Im 19. Jahrhundert spielte Den Haag eine wichtige Rolle in der Landschaftsmalerei. Besonders beeindruckt noch immer das „Panorama Mesdag“, ein sinnentäuschendes Rundgemälde aus dem Jahr 1881, das uns höchst illusionistisch an die niederländische Küste versetzt. Die „Haager Schule“, der es zuzurechnen ist, findet sich hervorragend im Gemeentemuseum vertreten. Darüber hinaus erwarten uns hier eine Ausstellung zu Monets Gartenbildern, die weltweit größte Mondrian-Sammlung, Bilder der Gruppe de Stijl und vieler Vertreter der Moderne.

Weitere Stationen unserer Reise sind Delft, wo eine große Pieter de Hooch-Ausstellung viele seiner wundervollen Interieurs erstmals wieder an den Ort zurückbringt, an dem sie vor nahezu 400 Jahren gemalt wurden, außerdem Haarlem mit dem Frans Hals Museum und dem Teylers Museum, einer Art Kunst- und Wunderkammer in passendem architektonischen Ambiente. Am letzten Tag fahren wir nach Rotterdam und besuchen dort das Museum Boijmans van Beuningen, das Kunst vom Mittelalter bis heute präsentiert. Abschließend widmen wir uns den Highlights der modernen Architektur an der Maas, wo nicht erst die Architekturbüros von Rem Koolhaas und Norman Foster mit ihren Entwürfen Geschichte geschrieben haben.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN 16. bis 20. Oktober 2019
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse inkl. Reservierung ab/an Hamburg, Reisebus und öfftl. Verkehrsmittel vor Ort, 4 Übernachtungen im ****Novotel Den Haag City Centre inkl. Frühstück, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
VERANSTALTER Hamburg Süd Reiseagentur

Bitte fordern Sie ab Anfang April 2019 Anmeldeunterlagen an.

Der Impressionist Gustave Caillebotte – Künstler, Kenner, Konstrukteur. Anlässlich der Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie

Das moderne Paris, das ab 1853 unter Napoleon III. und seinem obersten Stadtplaner Baron Haussmann in geradezu abenteuerlichem Tempo entstand, das Paris der Weltausstellungen und Warenhäuser, der breiten Boulevards mit ihren phantastisch weiten Horizonten, der großen belebten Plätze, der schnell errichteten Eisenarchitektur der Markthallen und Bahnhöfe, diese von Walter Benjamin so genannte „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“: Keiner hat sie derart adäquat ins Bild gesetzt wie Gustave Caillebotte (1848–1894).

Eines seiner Hauptwerke, das imposante Gemälde „Straße in Paris, an einem Regentag“ (1877) aus dem Art Institute of Chicago, ist ab Mai 2019 in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu Gast – Anlass für uns, seinem Schöpfer ein eigenes Seminar zu widmen. Denn obwohl sein Name fest mit Monet, Manet, Renoir und Degas verbunden ist, steht er doch als Künstler zumeist im Schatten seiner berühmten Kollegen. Bekannt wurde Caillebotte vielmehr zunächst als Sammler ihrer Bilder, die er nach seinem Tod dem französischen Staat vermachte – auf diese Weise kamen erstmals Hauptwerke des französischen Impressionismus ins Museum.

Seine eigenen, oftmals spektakulären Bilder zeigen das neue Paris mit demonstrativer Präzision und zugleich in ungewohnten perspektivischen Ansichten, die sich nicht zuletzt den Möglichkeiten des noch jungen Mediums der Fotografie verdanken. Caillebotte malte das moderne Freizeitvergnügen der Pariser Bürger, insbesondere das Segeln, dem seine große Leidenschaft galt – er war nicht nur Vizepräsident des Pariser Segelclubs, er konstruierte sogar selbst Segelyachten. Mit den monumentalen „Parkettschleifern“ von 1975 verdanken wir ihm aber auch eine der schonungslosesten Darstellungen von Lohnarbeit, die das späte 19. Jahrhundert hervorgebracht hat.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 4. Juli 2019, 14.30 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Der Impressionist Gustave Caillebotte – Künstler, Kenner, Konstrukteur. Anlässlich der Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie

Das moderne Paris, das ab 1853 unter Napoleon III. und seinem obersten Stadtplaner Baron Haussmann in geradezu abenteuerlichem Tempo entstand, das Paris der Weltausstellungen und Warenhäuser, der breiten Boulevards mit ihren phantastisch weiten Horizonten, der großen belebten Plätze, der schnell errichteten Eisenarchitektur der Markthallen und Bahnhöfe, diese von Walter Benjamin so genannte „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“: Keiner hat sie derart adäquat ins Bild gesetzt wie Gustave Caillebotte (1848–1894).

Eines seiner Hauptwerke, das imposante Gemälde „Straße in Paris, an einem Regentag“ (1877) aus dem Art Institute of Chicago, ist ab Mai 2019 in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu Gast – Anlass für uns, seinem Schöpfer ein eigenes Seminar zu widmen. Denn obwohl sein Name fest mit Monet, Manet, Renoir und Degas verbunden ist, steht er doch als Künstler zumeist im Schatten seiner berühmten Kollegen. Bekannt wurde Caillebotte vielmehr zunächst als Sammler ihrer Bilder, die er nach seinem Tod dem französischen Staat vermachte – auf diese Weise kamen erstmals Hauptwerke des französischen Impressionismus ins Museum.

Seine eigenen, oftmals spektakulären Bilder zeigen das neue Paris mit demonstrativer Präzision und zugleich in ungewohnten perspektivischen Ansichten, die sich nicht zuletzt den Möglichkeiten des noch jungen Mediums der Fotografie verdanken. Caillebotte malte das moderne Freizeitvergnügen der Pariser Bürger, insbesondere das Segeln, dem seine große Leidenschaft galt – er war nicht nur Vizepräsident des Pariser Segelclubs, er konstruierte sogar selbst Segelyachten. Mit den monumentalen „Parkettschleifern“ von 1975 verdanken wir ihm aber auch eine der schonungslosesten Darstellungen von Lohnarbeit, die das späte 19. Jahrhundert hervorgebracht hat.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

 

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 4. Juli 2019, 10.30 bis 13 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Henry van de Velde – Vom Jugendstil zum Bauhaus

Der aus Antwerpen stammende Henry van de Velde (1863–1957) gehört zu den wichtigsten Künstlern des Jugendstils und bereitete zugleich den Weg für das Bauhaus in Weimar. Mit seinen Entwürfen trug er maßgeblich zur Revolution gegen den historisierenden Geschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts bei.

Van de Velde begann seine Karriere als Maler, war Mitglied der legendären Gruppe „Le Vingt“ und kam unter dem Einfluss der englischen Arts and Crafts-Bewegung mit ihrer Rückbesinnung auf handwerkliche Fähigkeiten und Materialgerechtigkeit zu Architektur und Inneneinrichtung. Im Jahr 1900 zog er nach Berlin, zwei Jahre später nach Weimar. Aus der dort 1903 von ihm mitbegründeten Kunstgewerbeschule, die er ab 1907 auch leitete, sollte nach der Zusammenlegung mit der Kunsthochschule 1919 unter der Führung von Walter Gropius das Bauhaus hervorgehen. Bereits van de Veldes Ziel war eine Aufhebung der Trennung von Kunst und Handwerk, ein „Gesamtkunstwerk, welches in der Architektur gipfelt“. Gropius’ im Bauhaus-Manifest formulierte Vision einer Vereinigung der Künste zum „Bau der Zukunft“ konnte hier nahtlos anschließen.

Van de Velde hatte schon vor der Jahrhundertwende Kontakt zu den wegweisenden Persönlichkeiten, die der Moderne die Türen öffneten: dem Sammler und Kunsthändler Siegfried Bing, dem Kunstschriftsteller Julius Meier-Gräfe und vor allem zu Karl Ernst Osthaus, dessen berühmtes Folkwang-Museum er in Hagen gestaltete. Harry Graf Kessler brachte ihn schließlich nach Weimar, wo noch heute das Nietzsche-Archiv, das Wohnhaus van de Veldes und die ehemalige Kunstgewerbewerbeschule Zeugnis von der neuartigen Gestaltungsidee des Belgiers ablegen.

Unser Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie im Museum für Kunst und Gewerbe statt, wo wir etliche Entwürfe van de Veldes im Original studieren können.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Dienstag, 2. Juli 2019, 11 bis 15.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 32 Euro inkl. Eintritt ins Museum für Kunst und Gewerbe, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Das Material der Kunst. Teil II: Glas – Transparenz und Kontrolle

Stein, Bronze oder Holz: Jahrhundertelang war für die Realisierung von Kunstwerken nur ein begrenztes Spektrum von Materialien zuständig. Dem Ewigkeitsanspruch der Kunst entsprach die Dauerhaftigkeit des Werkstoffs. Erst mit der Moderne treten zahllose neue, auch instabile oder amorphe Materialien hinzu; gleichzeitig wandeln sich Einsatz und Bedeutung traditioneller Stoffe. Vom Gips über die Industrie- und Alltagsmaterialien, Erde und Abfall bis hin zum menschlichen Körper: Nahezu alles konnte schließlich zum Material der Kunst werden.

Glas ist einer der ältesten Werkstoffe der Welt; seine kunsthandwerkliche Tradition reicht vom Vorderen Orient und das Alte Ägypten über die Emailkunst des Mittalters, die venezianische Glaskunst der Renaissance, die Entwürfe L. C. Tiffanys und den Jugendstil bis zur Studioglas-Bewegung der 1960er-Jahre. Dabei war es seit jeher die Transparenz des Materials, von der die besondere Faszination ausging. Schon Plinius verglich es mit dem Bergkristall, und sein Glanz, seine Verbindung zum Licht und seine scheinbare Immaterialität sorgten nicht nur in der mittelalterlichen Kathedralarchitektur für eine geradezu metaphysische Aufladung.

Mit Joseph Paxtons spektakulärem Kristallpalast auf der Londoner Weltausstellung von 1852 begann der Siegeszug der modernen Glasarchitektur, in der die einstmals sakralen Konnotationen, in den Glauben an grenzenlose Offenheit und Demokratie verwandelt, in säkularer Gestalt weiterleben. Auf der anderen Seite jedoch ist das Material in der Metapher vom „Gläsernen Menschen“ inzwischen auch zum Synonym allumfassender Kontrolle geworden.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

Lektüretipp: Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner u. a., Verlag C.H. Beck 2010, 15,95 Euro

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Samstag, 29. Juni 2019, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Henry van de Velde – Vom Jugendstil zum Bauhaus

Der aus Antwerpen stammende Henry van de Velde (1863–1957) gehört zu den wichtigsten Künstlern des Jugendstils und bereitete zugleich den Weg für das Bauhaus in Weimar. Mit seinen Entwürfen trug er maßgeblich zur Revolution gegen den historisierenden Geschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts bei.

Van de Velde begann seine Karriere als Maler, war Mitglied der legendären Gruppe „Le Vingt“ und kam unter dem Einfluss der englischen Arts and Crafts-Bewegung mit ihrer Rückbesinnung auf handwerkliche Fähigkeiten und Materialgerechtigkeit zu Architektur und Inneneinrichtung. Im Jahr 1900 zog er nach Berlin, zwei Jahre später nach Weimar. Aus der dort 1903 von ihm mitbegründeten Kunstgewerbeschule, die er ab 1907 auch leitete, sollte nach der Zusammenlegung mit der Kunsthochschule 1919 unter der Führung von Walter Gropius das Bauhaus hervorgehen. Bereits van de Veldes Ziel war eine Aufhebung der Trennung von Kunst und Handwerk, ein „Gesamtkunstwerk, welches in der Architektur gipfelt“. Gropius’ im Bauhaus-Manifest formulierte Vision einer Vereinigung der Künste zum „Bau der Zukunft“ konnte hier nahtlos anschließen.

Van de Velde hatte schon vor der Jahrhundertwende Kontakt zu den wegweisenden Persönlichkeiten, die der Moderne die Türen öffneten: dem Sammler und Kunsthändler Siegfried Bing, dem Kunstschriftsteller Julius Meier-Gräfe und vor allem zu Karl Ernst Osthaus, dessen berühmtes Folkwang-Museum er in Hagen gestaltete. Harry Graf Kessler brachte ihn schließlich nach Weimar, wo noch heute das Nietzsche-Archiv, das Wohnhaus van de Veldes und die ehemalige Kunstgewerbewerbeschule Zeugnis von der neuartigen Gestaltungsidee des Belgiers ablegen.

Unser Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie im Museum für Kunst und Gewerbe statt, wo wir etliche Entwürfe van de Veldes im Original studieren können.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Freitag, 14. Juni 2019, 11 bis 15.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 32 Euro inkl. Eintritt ins Museum für Kunst und Gewerbe, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Das Material der Kunst. Teil II: Glas – Transparenz und Kontrolle

Stein, Bronze oder Holz: Jahrhundertelang war für die Realisierung von Kunstwerken nur ein begrenztes Spektrum von Materialien zuständig. Dem Ewigkeitsanspruch der Kunst entsprach die Dauerhaftigkeit des Werkstoffs. Erst mit der Moderne treten zahllose neue, auch instabile oder amorphe Materialien hinzu; gleichzeitig wandeln sich Einsatz und Bedeutung traditioneller Stoffe. Vom Gips über die Industrie- und Alltagsmaterialien, Erde und Abfall bis hin zum menschlichen Körper: Nahezu alles konnte schließlich zum Material der Kunst werden.

Glas ist einer der ältesten Werkstoffe der Welt; seine kunsthandwerkliche Tradition reicht vom Vorderen Orient und das Alte Ägypten über die Emailkunst des Mittalters, die venezianische Glaskunst der Renaissance, die Entwürfe L. C. Tiffanys und den Jugendstil bis zur Studioglas-Bewegung der 1960er-Jahre. Dabei war es seit jeher die Transparenz des Materials, von der die besondere Faszination ausging. Schon Plinius verglich es mit dem Bergkristall, und sein Glanz, seine Verbindung zum Licht und seine scheinbare Immaterialität sorgten nicht nur in der mittelalterlichen Kathedralarchitektur für eine geradezu metaphysische Aufladung.

Mit Joseph Paxtons spektakulärem Kristallpalast auf der Londoner Weltausstellung von 1852 begann der Siegeszug der modernen Glasarchitektur, in der die einstmals sakralen Konnotationen, in den Glauben an grenzenlose Offenheit und Demokratie verwandelt, in säkularer Gestalt weiterleben. Auf der anderen Seite jedoch ist das Material in der Metapher vom „Gläsernen Menschen“ inzwischen auch zum Synonym allumfassender Kontrolle geworden.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

Lektüretipp: Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner u. a., Verlag C.H. Beck 2010, 15,95 Euro

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Mittwoch, 29. Mai 2019, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Das Material der Kunst. Teil II: Glas – Transparenz und Kontrolle

Stein, Bronze oder Holz: Jahrhundertelang war für die Realisierung von Kunstwerken nur ein begrenztes Spektrum von Materialien zuständig. Dem Ewigkeitsanspruch der Kunst entsprach die Dauerhaftigkeit des Werkstoffs. Erst mit der Moderne treten zahllose neue, auch instabile oder amorphe Materialien hinzu; gleichzeitig wandeln sich Einsatz und Bedeutung traditioneller Stoffe. Vom Gips über die Industrie- und Alltagsmaterialien, Erde und Abfall bis hin zum menschlichen Körper: Nahezu alles konnte schließlich zum Material der Kunst werden.

Glas ist einer der ältesten Werkstoffe der Welt; seine kunsthandwerkliche Tradition reicht vom Vorderen Orient und das Alte Ägypten über die Emailkunst des Mittalters, die venezianische Glaskunst der Renaissance, die Entwürfe L. C. Tiffanys und den Jugendstil bis zur Studioglas-Bewegung der 1960er-Jahre. Dabei war es seit jeher die Transparenz des Materials, von der die besondere Faszination ausging. Schon Plinius verglich es mit dem Bergkristall, und sein Glanz, seine Verbindung zum Licht und seine scheinbare Immaterialität sorgten nicht nur in der mittelalterlichen Kathedralarchitektur für eine geradezu metaphysische Aufladung.

Mit Joseph Paxtons spektakulärem Kristallpalast auf der Londoner Weltausstellung von 1852 begann der Siegeszug der modernen Glasarchitektur, in der die einstmals sakralen Konnotationen, in den Glauben an grenzenlose Offenheit und Demokratie verwandelt, in säkularer Gestalt weiterleben. Auf der anderen Seite jedoch ist das Material in der Metapher vom „Gläsernen Menschen“ inzwischen auch zum Synonym allumfassender Kontrolle geworden.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

Lektüretipp: Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner u. a., Verlag C.H. Beck 2010, 15,95 Euro

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Freitag, 17. Mai 2019, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich